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Hätten Sie gewusst wo das ist?
Die alte Weberei in Ebensee.
Hätten Sie gewusst wo das ist?
Die alte Weberei in Ebensee.
Salzkammergütler/innen
Die Vogerlschnitzer
Autor: Gottfried Fellner Fotos: Gottfried Fellner
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Das Viechtauer Heimathaus in Neukirchen bei Altmünster ist ein Juwel heimischer Volkskultur, ein Kleinod der Geschichte der Holzindustrie seit dem 14. Jahrhundert. Das Viechtauer Heimathaus birgt viele Zeugnisse bodenständigen Handwerks und erzählt das karge Leben längst vergangener Zeiten. 450 Jahre lang – bis zum Jahr 1979 – war die romantische Talschaft geprägt von der Erzeugung und Fertigung von Holzwaren und Holzspielzeug, das die Viechtauer Schnitzer und Drechsler, Schaffel- und Schachtelmacher, Kluppenmacher und Besenbinder bis nach Russland, in die Türkei, nach Rumänien und ins Berchtesgadener Land exportierten. Docken (bemalte Holzpuppen) und Holzlöffel stehen noch heute als Symbol für die Arbeit- und Lebenswelt der Menschen in der Viechtau Das alte Handwerk in der Viechtau ist Gott sei Dank dann doch nicht ausgestorben. Im Jahr 2003 wurde neben dem Viechtauer Heimathaus eine alte Werkstatt originalgetreu errichtet, darin befindet sich allerhand altes Werkzeug, das auch heute noch gute Dienste beim Schnitzen und Drechseln leistet. Im gemauerten Herd lodert an kalten Wintertagen ein wärmendes Holzfeuer. Fritz Lüftinger sitzt auf der Hoanzlbank und schnitzt. Der gelernte Maurer und Zimmerer hatte früher mit dem Schnitzen nichts am Hut, er ließ naturgetreue Gimpel, Zeisige und Stieglitze von Leopold Auer in Bad Ischl schnitzen. “Ich bin krank und kann nicht mehr schnitzen, bemüh´ dich selber”, meinte der Poldl (gestorben im Februar 2008). “Recht patschert haben meine ersten Figuren ausg´schaut, so gar nicht wie ein Vogerl. Einmal hat einer g´sagt, Du bist ein Vogerlschnitzer und machst an Fisch”, lacht Fritz Lüftinger heute über seine ersten Schnitzversuche. Aber er hat nicht aufgegeben und im Jahr 2001 das erste Mal beim Holzmarkt in Traunkirchen ausgestellt. Und Fritz Lüftinger ist mit dem Schnitzen nicht alleine geblieben. |
Einmal brachte er Hans Hofstätter in einer kleinen Schachtel einen Rohling und ein Schnitzmesser – “daraus machst Du einen Gimpel”, verabschiedete sich der Fritz, und fragte nach einer Woche, ob der Gimpel schon fertig sei. “Du kannst Dir das Schachterl samt Rohling und Schnitzmesser wieder holen”, meinte Hans – doch plötzlich packte auch ihn der Ehrgeiz, Hans Hofstätter schnitzt seit 2008 mit ebenfalls großer Leidenschaft. Der Dritte im Bunde ist Georg Diesselbacher, dem Fritz Lüftinger das Drechseln schmackhaft machte – Bummwolflerl, Schnur- und Sturzkreisel, Räuchermanderl und anderes Holzspielzeug sind seither die Domäne des Georg Diesselbacher (“Schade, dass heute jedes Spielzeug aus Plastik sein muss“). Bemalt werden die kleinen Kunstwerke von Hilda Lüftinger, der Gattin von Fritz. Jedes Jahr bemüht sich das Trio um “neue” Kreationen – der Renner der Landesausstellung 2008 waren die “Hut-Vögel”, seither zieren viele Miniatur-Vogerl wie Gimpel, Stieglitz, Zeiserl, gelber und roter Kreuzschnabel, aber auch Blaumeise und Kohlmeise die Hüte zahlreicher Salzkammergütler. Aktuell sind derzeit kleine Nistkästen mit Gimpel oder Zeisig sitzend vor dem Flugloch. Zu bewundern und zu kaufen gibt´s die geschnitzten und gedrechselten Kunstwerke bei Ausstellungen und (Weihnachts)Märkten in der näheren Umgebung. Dass Fritz Lüftinger, Hans Hofstätter und Georg Diesselbacher keine Kinder von Traurigkeit sind und beim gemeinsamen Schnitzen und Drechseln auch eine mords Gaudi haben, versteht sich von selbst. Neuerdings verewigen sie sich in einer eigenen Figur – ein Schnitzer sitzt mit einem Vogerl auf der Hoanzlbank, ein anderes Vogerl hat er in der Hand. “Und einen unterm Hut, wir drei ham alle irgendwie an Vogel”, nehmen sie sich selbst auf die Schaufel. Ja, und sollte einmal nach einer Ausstellung ein Schnitzmesser oder ein anderes Trumm vergessen worden sein – das gehört dem Fritz, oder dem Hans, oder doch dem Georg. |